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Ein Heilöl, das der Angst Angst macht

Wenn man sich die Produktionsstätte eines Arzneimittels vorstellt, dann entstehen im Kopf sofort Bilder von sterilen Laboratorien und weiß gekleideten Menschen. Doch es geht auch anders. In Südfrankreich, genauer gesagt in der Provence, gedeiht ein wirksames Mittel gegen Angststörungen auf ausgedehnten Feldern inmitten der schönsten Landschaft und unter einer strahlenden Sommersonne. Dort wächst der kleinblättrige Arzneilavendel ("Lavandula angustifolia") heran, das gegen Angststörungen wirkt. Damit kann es das Leiden von Millionen von Menschen bekämpfen. Denn schätzungsweise 15 bis 25 Prozent der Deutschen sind mindestens einmal in ihrem Leben von Phasen ernster ängstlicher Unruhe oder gar von Angststörungen betroffen.

Es kann Menschen jeden Alters treffen. Plötzlich lassen sie sich nicht mehr abstellen, die Gedanken, die stets und ständig um Probleme, um Sorgen und Ängste kreisen. Bei einigen Betroffenen werden sie durch Schicksalsschläge ausgelöst, bei anderen reicht schon die pure Furcht vor Krankheit und Tod, vor dem Verlust des Partners oder des Arbeitsplatzes aus, um eine Angststörung heraufzubeschwören. Sie setzt irgendwann den ganzen Menschen lahm. Getrieben von ständiger Furcht wird er schon nach kurzer Zeit vom Leben und vom Alltag völlig überfordert. Die Leistungsfähigkeit sinkt, der soziale Umgang verändert sich. Zu unruhigen, nervösen Tagen gesellen sich schnell schlaflose Nächte. Über kurz oder lang spielt auch der Körper nicht mehr richtig mit. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt oder auch Schwindelanfälle werden zu einer regelmäßigen Begleiterscheinung der Angststörung. Höchste Zeit, etwas zu unternehmen!

Weil viele Betroffene den Gang zum Arzt scheuen und sich selbst Familienmitgliedern und Freunden gegenüber nicht mitteilen möchten, müssen sie die Kraft zur Selbsthilfe finden.. So sollte zum Beispiel konsequent etwas Bewegung in frischer Luft integriert werden. Niemand muss dafür zum Spitzensportler werden. Ein Spaziergang, eine Radtour oder auch eine Stunde Gartenarbeit reichen völlig. Ebenfalls hilfreich und ohne großen Aufwand sind Entspannungsübungen zu bewerkstelligen. Auch dabei gilt es, sich nicht mit riesigen Erwartungen selbst zu überfordern. Man muss nicht wie ein indischer Guru im Lotussitz meditieren. Im Internet, in Zeitschriften und in Büchern kann man jede Menge Anleitungen für einfache Yogaübungen finden. Wer sich für das Meditieren entscheidet, kann absolut simpel anfangen: Einfach hinsetzen, die Augen schließen und versuchen, einige Minuten lang nichts zu denken. Das wird am Anfang so gut wie unmöglich sein. Trotzdem bitte konsequent weiterüben und zumindest versuchen, zur Ruhe zu kommen.

Wie schafft es nun ein Lavendelöl, der Angst Paroli zu bieten? Um das zu verstehen, sei ein kleiner Einblick in den chemischen Entstehungsprozess von Angst gestattet. Angst entsteht, chemisch betrachtet, wenn Kalziumionen in großer Zahl auf eine Nervenzelle treffen. Sie dringen in die Zelle ein, die als unmittelbare Reaktion Botenstoffe wie etwa Noradrenalin an andere Zellen aussendet. Die Botenstoffe alarmieren das gesamte Nervensystem und versetzen es in äußerste Erregung. In einer Gefahrensituation, für die die Angst eigentlich von der Natur gedacht ist, schärft das die Wachsamkeit und die Sinne, es ermöglicht schnelle Reaktionen und Entscheidungen. Ist die Gefahr vorüber, klingt auch die Angst ab. Bei einer Angststörung aber bleibt sie, der Patient befindet sich permanent in einer inneren Ausnahmesituation. Das Lavendelöl, das Hauptbestandteil des Präparats ist, weist die Inhaltsstoffe Linalool und Linalylacetat auf. Beide sind Feinde der Angst, denn sie sorgen dafür, dass die Zahl der Kalziumionen, die auf die Nervenzellen einstürmen, gesenkt wird. Das senkt wiederum die Menge der Botenstoffe, die ausgeschüttet werden. Zudem wird der Reizfilter, der den Informationsfluss zwischen den Nervenzellen reguliert, gestärkt. Nach und nach flaut so die Angst ab, das System kann zur Ruhe zurückfinden.

Lavendel Angst Selbsthilfe 

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